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Stress ist kein Statussymbol

Stress gibt vielen Menschen das Gefühl von Bedeutung. Sind sie gestresst, dann sind sie wichtig und leisten viel. Dann können Sie sich selbst auf die Schulter klopfen. Nur dann sind sie gefühlt ein wertvoller Teil unserer Leistungsgesellschaft und gelten als erfolgreich

 

Doch auf lange Sicht kann das eine tödliche Falle sein. Denn wer sich dauerhaft überarbeitet, zahlt auch den Preis – und der ist häufig Gesundheit, Lebensqualität und Glück. 

 

Daher schauen wir uns nun den Stress mal etwas genauer an. Er ist normalerweise eine natürliche Reaktion des Körpers auf Anforderungen oder Herausforderungen. Stress entsteht, wenn wir das Gefühl haben, dass eine Situation unsere Fähigkeiten oder Ressourcen übersteigt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um beruflichen Druck, schulische Anforderungen, familiäre Konflikte oder Zeitmangel handelt – der Körper reagiert in allen Fällen ähnlich.

Wenn wir Stress erleben, wird das sogenannte „Kampf-oder-Flucht“-System aktiviert. Hormone wie Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet, der Herzschlag beschleunigt sich, die Muskeln spannen sich an und die Aufmerksamkeit steigt.

 

Kurzfristig kann Stress daher sogar hilfreich sein. Er steigert die Leistungsfähigkeit, fördert die Konzentration und hilft, in schwierigen Situationen schnell zu reagieren. Problematisch wird Stress jedoch, wenn er dauerhaft anhält und wir irgendwann nur noch das Gefühl haben zu funktionieren.

 

Chronischer Stress kann beispielsweise zu folgenden körperlichen Beschwerden führen:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Magen- und Darmprobleme
  • Verspannungen (Nacken, Rücken)
  • geschwächtes Immunsystem (häufige Infekte)
  • Bluthochdruck bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • Gewichtszunahme speziell am Bauch (Stressbauch)

Auch die psychische Gesundheit kann darunter leiden:

  • Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
  • Erschöpfung und Burnout
  • Angstzustände und Panikattacken
  • Depressionen
  • Gefühl von Überforderung oder innere Unruhe
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Libidoverlust
  • Partnerschaftsprobleme

Langfristig kann anhaltender Stress das Risiko für ernsthafte Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Multiple Sklerose und Krebs erhöhen. Vermeiden Sie es daher ihn womöglich als Statussymbol zu verharmlosen.

Um Stress zu bewältigen, sind regelmäßige Erholungsphasen/Pausen wichtig. Bewegung ohne Leistungszwang, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung stärken den Körper. Entspannungstechniken wie Autogenes Training, PMR, Meditation, Atemübungen oder Yoga helfen, zur Ruhe zu kommen. Ebenso wichtig ist es, Prioritäten zu setzen, realistische Ziele zu formulieren und auch einmal „Nein“ zu sagen. Soziale Kontakte mit der Familie, Freunden, Kolleginnen oder Kollegen sollten in der Freizeitplanung nicht zu kurz kommen. 

 

Stress lässt sich leider nur noch selten vollständig vermeiden, da er inzwischen ein Teil des Lebens ist. Doch mit einem bewussten Umgang und geeigneten Strategien können Sie lernen, ihn zu kontrollieren, statt sich von ihm kontrollieren zu lassen.

 

Geben Sie ihm nicht die Macht über IHR Leben!